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Schöpfer, Schöpfung und die Unendlichkeit


Schöpfer und Schöpfung erschaffen einander und sind untrennbar eins. In unserer Welt ist der Mensch der Schöpfer und das Kunstwerk sein Geschöpf, doch im Kosmos ist der Mensch das Geschöpf. In einem kreativen Prozess, den wir Kunst nennen, spielen wir die grossen Prinzipien der Schöpfung nach und erkunden die Gesetze des Universums. Durch diesen Prozess erkennen wir das Grosse im Kleinen und das Kleine im Grossen wieder und ermöglichen uns dadurch die Erfahrung der Transzendenz. Die Kunst ist ein Prozess der Bewusstwerdung, ein Weg, die Illusionen der abertausend Dinge zu durchleuchten und die Natur des Wesentlichen zu erkennen. Sie ist der Pfad, den äusseren Kosmos kennenzulernen und zugleich den unendlichen inneren Kosmos in uns selbst zu entdecken und zu erforschen. Kunst ist Zelebration des ewigen Lebens, ein Akt in allen Aspekten unseres Daseins mit dem grossen Mysterium zu verschmelzen.





Meine Vision von Kunst


Während meiner Beschäftigung mit Kunst, Musik, Philosophie und Spiritualiät waren es vor allem zwei Themengebiete, die mich mehr und mehr fazinierten: zum einen das Thema Fraktale, zum zweiten das der Harmonikale und der Obertöne. Hinter beiden spürte ich ein hohes Maß an Wahrhaftigkeit und Ursprünglichkeit und hatte stets das Gefühl, durch die Beschäftigung mit diesen Themen einen tiefen Einblick in das Mysterium des Lebens und der Schöpfung gewinnen zu können. Ihre integrierende Kraft schienen mir ein Wegweiser in die Zukunft zu sein, in der sich die im Laufe vieler Jahrhunderte zersplitterten Disziplinen menschlichen Strebens wieder vereinen und in der Ästhetik, Wissenschaft und Spiritualität wieder zu einer Einheit finden könnten.

Obgleich sowohl die Fraktale als auch die Harmonikale aus "demselben Urgrund" zu stammen schienen, konnte ich lange Zeit nicht erkennen, auf welcher Weise beide miteinander verbunden sind, bis ich eines Tages auf ein drittes Thema stieß, das mich ebenso stark faszinierte: die heilige Geometrie.

Auf den ersten Blick schien es eher ein weiteres, für sich stehendes Wissensgebiet zu sein, dessen gründliche, tiefgehende Erforschung möglicherweise ein ganzes Menschenleben braucht. Dennoch spürte ich, dass es in dieselbe Richtung wies wie die beiden anderen, und ließ mich darauf ein. Vor allem der Lektüre der "Blume des Lebens" von Drunvalo Melchizedek habe ich mein mittlerweile tiefes Verständnis der heiligen Geometrie und seiner inneren Zusammenhänge zu verdanken, was mein Verständnis von Wirklichkeit und Schöpfung insgesamt noch einmal sehr stark erweiterte. Doch wurde mir erst nach längerer Zeit bewußt, daß sowohl die Fraktale als auch die Harmonikale direkte Informationssysteme aus der Blume des Lebens sind - auf wunderbare Weise erschloss sich mir das verbindende Element , das all dem zugrunde liegt, womit ich mich seit vielen Jahren beschäftigt hatte. Es sind die Muster der Schöpfung, die Informationssysteme, die in der Blume des Lebens verschlüsselt sind, die damit verbundenen Schöpfungsebenen und Bewußtseinswelten, die ich nun mit meiner Kunst erforschen, erfahren und zum Ausdruck bringen möchte.

Die Medien, durch die Kunstwerke erschaffen werden, ändern sich mit Ort, Kultur und Zeitalter. Heute stehen uns viele Medien zur Verfügung, durch die wir unsere Gedanken und Erfahrungen zum Ausdruck bringen können. Malerei und Musik haben mich mein Leben lang begleitet, und durch das Medium Film habe ich eine Möglichkeit gefunden, beide miteinander zu kombinieren. Mit diesen Medien versuche ich nun, die Muster der Schöpfung sichtbar , hörbar und erfahrbar zu machen - jene Welten des Bewußtseins also, die sich unseren äußeren Sinnen normalerweise entziehen.

Wie mir scheint, haben wir Menschen die Welt lange genug zerpflückt, analysiert und auseinander genommen, ob in Wissenschaft oder Kunst. Ich möchte mit meiner Kunst wieder auf das Gesamtbild verweisen und das Holistisch-Heile in den Vordergrund stellen. Mein Ziel ist daher, das Wissen aus verschiedenen Disziplinen durch das Ausdrucksmittel verschiedener Medien wieder miteinander zu verbinden, um erweiterte Schöpfungsebenen und Bewußtseinswelten direkt erfahrbar zu machen. Als Künstler möchte ich wieder auf das große Mysterium der Einheit führen, in der Ästhetik, Wissenschaft und Spiritualität als ein Ganzes beheimatet sind.






Kunst im dritten Millenium

Welche Rolle spielt die Kunst heute und welche Rolle sollte sie spielen?

Im Informationszeitalter scheint sich die Zeit und das Tempo unseres Lebens so sehr zu beschleunigen, dass niemand mehr wirklich Überblick hat und sagen kann, was momentan auf diesem Planeten geschieht. Die Entwicklung der Menschheit geht durch einen enormen Prozess der Individualisierung und das Resultat ist, dass die Dinge auf allen Ebenen, besonders auch in der Kunst, vielfältiger und komplexer werden, so dass die Bedeutungen, Absichten und somit aud die Definitionen immer weiter auseinanderdriften. Die Gegensätze dessen, was das Menschsein ausmacht, werden immer extremer. Die Kunst als Spiegel des Bewusstseins und der Entwicklung ändert ihre Definition so, wie sich die Menschen verändern.

Seit Malevich's Schwarzem Quadrat hat die Kunst im 20. Jahrhundert eine drastische Wendung genommen. Sie ist nicht mehr zwingend mit der Darstellung eines Ideals zu assoziieren, was die traditionelle Kunst lange Zeit als Hauptaufgabe sah. Ganz im Gegenteil wird sie dazu benutzt, Tabus zu brechen und das Realistische, gar das Hässliche sichtbar zu machen. Dieser Prozess war dringend notwendig, um all jene Dinge, die uns unangehem sind und von uns verdrängt wurden, ans Tagelicht zu befördern. Es war eine grosse Befreiung, verbotene Themen auszusprechen und zu kritisieren, damit dann, wenn genug Menschen ihr Augenmerk darauf gerichtet hatten, eine Veränderung stattfinden konnte. Sowie die Forschung mit dem analytischen Prinzip grosse Arbeit darin geleistet hat, diverse Aspekte der Natur und des Menschen mechanisch zu erklären, hat die Kunst grosse Arbeit darin geleistet, die menschlichen Emotionen mit all ihren Ängsten, Freuden, Sehnsüchten und Abgründe aufzudecken.

Das, was wir im 20. Jahrhundert unter zeitgenössischer Kunst verstanden, ist daher keinesfalls mehr mit dem zu vergleichen, was wir im Jahrhundert davor oder noch früher unter Kunst verstanden haben. Die einzige Aussage jedoch, die auch im 20. Jahrhundert galt, war, dass die Kunst, egal was sie darstellte, immer den Bewusstseinszustand, aus der sie erschaffen wurde, reflektiert. Die Kunst des 20. Jahrhunderts spiegelt also den Zeitgeist und das Bewusstsein der damaligen Menschen wieder und wie in jedem Zeitalter gab es einige Künstler, die dem Massenbewusstsein um einige Schritte voraus waren.

Die Eigenschaft der Kunst, neue Impulse zu geben, Tabus zu brechen und unerforschte Möglichkeiten zu erkunden, ist eine wichtige Triebfeder für die Entwicklung der gesamten Menschheit. Grosse Künstler sowie grosse Forscher und Denker hatten alle eine Vision und Zugang zu einem bestimmten Aspekt der Wahrheit, der für andere noch unerschlossen war. Wahre Kunst und wahre Wissenschaft sind sich ihrem Wesen nach gleich, da sie von demselben Streben nach Wahrheit angetrieben werden. Die Wahrheit ist zu allen Zeiten erstrebenswert, denn nichts ist so alt wie die Wahrheit und nichts ist so aktuell wie die Wahrheit. Eine wichtige Aufgabe der Kunst ist daher meiner Ansicht nach, die Wahrheit immer wieder neu zu formulieren, so dass sie vom jeweiligen Bewusstseinszustand der Menschen verstanden werden kann.

Doch was an wirklich Neuem bietet die Kunst heute? Alle Tabu-Themen sind bereits behandelt worden - welche Tabus können noch gebrochen werden? Wie provokativ muss ein Künstler noch sein, um die Aufmerksamkeit der Menschen zu erregen? Meiner Ansicht nach steigen heutzutage immer noch viele auf einen Zug auf, der letztes Jahrtausend bereits abgefahren ist. Denn, wenn alle Dogmen aufgebrochen und alle Mauern eingerissen sind, was soll danach geschehen? Wenn alle einengende Muster und beschränkendes Denken nun kritisiert und als falsch bezeichnet wurden, woran sollen sich die Menschen halten? Denn grosse Freiheit bedeutet auch grosse Orientierungslosigkeit, und wenn wir etwas Altes loslassen, muss etwas Neues herbeikommen.

Meiner Meinung nach ist die Aufgabe der Kunst heute, ein Wegweiser zu sein, um zu zeigen, wie das, was wir nun als "Neues" in unserem Leben herbeiführen wollen, von uns selbst erschaffen werden muss. Wir können nicht weiter nur analysieren und noch mehr ins Detail gehen, wenn dadurch die Spaltung nur noch vergrössert wird, und wir am Ende alle voneinander getrennt, das Gesamtbild nicht mehr sehen. Wir können nicht noch mehr Tabus brechen, wenn es eigentlich keine mehr gibt, und der Versuch weiterer Provokation nur zur Folge hat, dass die Menschen verunsichert und orientierungslos werden. Die Kunst, sowie die Wissenschaft und besonders die Religionen, sollten nun, aufbauend auf ihrem Wissen und deren Erfahrungen, eine Richtung angeben, der zu einem Zustand der Ganzheit, der Gesundheit und der Freude führt. Im dritten Jahrtausend ist es Zeit, all die Fragmente wieder zusammenzubringen und in ein Ganzes zu integrieren, was im Laufe der Äonen zersplittert wurde.