V i t a


Minghao Xu


Geboren 1983 in Beijing, China, aufgewachsen in Deutschland. Nach dem Abitur zuerst Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Anglistik an der RWTH Aachen, dann "Visuelle Kommunikation" an der Akademie der Bildenden Künste Maastricht. Diplom im Bereich Video/Film.

Seit meiner Kindheit war Kunst und Kreativität ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens. Während regelmäßiger Aufenthalte in China wurde ich von verschiedenen Professoren der Kunstakademie Beijing im Handwerk des Zeichnens und Malens unterrichtet. Als Teenager entdeckte ich zudem die Freude am Musizieren und spiele seither Gitarre und Cello.

Eine sehr frühe Begegnung mit dem Phänomen Obertongesang und eine besondere Faszination für Klanginstrumente (Monochord, Klangschalen etc.) beeinflusste meinen Weg nachhaltig: Zum einen begann ich, als aktives Mitglied der Gruppe "Manyala Milam" (Schamanische Klangreisen) mit der Wirkung von Klängen zu experimentieren, zum anderen, mich aus den unterschiedlichsten Perspektiven heraus mit der Thematik harmonikaler Prinzipien zu beschäftigen.

In meinem zwanzigsten Lebensjahr hatte ich ein spirituelles Schlüsselerlebnis, das mein Leben sehr stark geprägt hat, und das sowohl für meine spirituelle als auch meine künstlerische und berufliche Entwicklung bestimmend wurde. Die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Religionen und Glaubenssystemen, das Erkennen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten, vor allem aber ihre Verwurzelung in einem einzigen Urschöpfungsgrund, sowie meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse sind inzwischen meine wichtigste Inspirationsquelle.

Der Schwerpunkt meiner künstlerischen Arbeit ist heute die Erkundung der Muster der Schöpfung. Im Versuch, das Nicht-Sichtbare sichtbar zu machen, finde ich meine persönliche Faszination, meine spirituelle Identität und das lebenslang erlernte Handwerk auf wunderbare, kreative Art vereint. Diese Aspekte der Muster der Schöpfung, wie zum Beispiel Fraktale, Harmonikale und Heilige Geometrie werden unter dem Projekt Void Visuals erforscht und präsentiert.

Auch als Filmemacher fühle ich mich dem Thema Spiritualität, Welt- und Selbsterkenntnis verbunden. Unter dem Label "Mind Moving Pictures" werden Themen des Paradigmenwechsels und der neuen Zeit in Form von Dokumentationen und experimentellen Filmen behandelt und veröffentlicht. Durch das Medium Film steht zum einen die Möglichkeit zur Verfügung, Bild, Klang und Bewegung auf eine Art miteinander zu verknüpfen, die neue Erfahrungsräume eröffnet. Zum anderen sehe ich darin ein universelles Ausdrucksmittel, jedes erdenkliche Thema aufzugreifen, darzustellen und zu kommunizieren.






Von der Vision zur Kreativität


Während meiner Beschäftigung mit Kunst, Musik, Philosophie und Spiritualiät waren es vor allem zwei Themengebiete, die mich mehr und mehr fazinierten: zum einen das Thema Fraktale, zum zweiten das der Harmonikale und der Obertöne. Hinter beiden spürte ich ein hohes Maß an Wahrhaftigkeit und Ursprünglichkeit und hatte stets das Gefühl, durch die Beschäftigung mit diesen Themen einen tiefen Einblick in das Mysterium des Lebens und der Schöpfung gewinnen zu können. Ihre integrierende Kraft schienen mir ein Wegweiser in die Zukunft zu sein, in der sich die im Laufe vieler Jahrhunderte zersplitterten Disziplinen menschlichen Strebens wieder vereinen und in der Ästhetik, Wissenschaft und Spiritualität wieder zu einer Einheit finden könnten.

Obgleich sowohl die Fraktale als auch die Harmonikale aus "demselben Urgrund" zu stammen schienen, konnte ich lange Zeit nicht erkennen, auf welcher Weise beide miteinander verbunden sind, bis ich eines Tages auf ein drittes Thema stieß, das mich ebenso stark faszinierte: die heilige Geometrie.

Auf den ersten Blick schien es eher ein weiteres, für sich stehendes Wissensgebiet zu sein, dessen gründliche, tiefgehende Erforschung möglicherweise ein ganzes Menschenleben braucht. Dennoch spürte ich, dass es in dieselbe Richtung wies wie die beiden anderen, und ließ mich darauf ein. Erst nach längerer Zeit wurde mir bewußt, daß sowohl die Fraktale als auch die Harmonikale Informationssysteme aus der Blume des Lebens sind - auf wunderbare Weise erschloss sich mir das verbindende Element, das all dem zugrunde liegt, womit ich mich seit vielen Jahren beschäftigt hatte. Es sind die Muster der Schöpfung, die Informationssysteme, die in der Blume des Lebens verschlüsselt sind, die damit verbundenen Schöpfungsebenen und Bewußtseinswelten, die ich nun mit der Kunst erforschen, erfahren und zum Ausdruck bringen möchte.

Die Medien, durch die Kunstwerke erschaffen werden, ändern sich mit Ort, Kultur und Zeitalter. Heute stehen uns viele Medien zur Verfügung, durch die wir unsere Gedanken und Erfahrungen zum Ausdruck bringen können. Malerei und Musik haben mich mein Leben lang begleitet, und durch das Medium Film habe ich eine Möglichkeit gefunden, beide miteinander zu kombinieren. Mit diesen Medien versuche ich nun, die Muster der Schöpfung sichtbar , hörbar und erfahrbar zu machen - jene Welten des Bewußtseins also, die sich unseren äußeren Sinnen normalerweise entziehen.

Wie mir scheint, haben wir Menschen die Welt lange genug zerpflückt, analysiert und auseinander genommen, ob in Wissenschaft oder Kunst. Ich möchte mit meiner Kunst wieder auf das Gesamtbild verweisen und das Holistisch-Heile in den Vordergrund stellen. Mein Ziel ist daher, das Wissen aus verschiedenen Disziplinen durch das Ausdrucksmittel verschiedener Medien wieder miteinander zu verbinden, um erweiterte Schöpfungsebenen und Bewußtseinswelten direkt erfahrbar zu machen. Als Künstler möchte ich wieder auf das große Mysterium der Einheit führen, in der Ästhetik, Wissenschaft und Spiritualität als ein Ganzes beheimatet sind.